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Betriebskosten · Nennleistung

Schongarer Stromverbrauch: die Rechnung, offen vorgerechnet

Der Slow Cooker Stromverbrauch lässt sich mit drei Werten bestimmen: Nennleistung, Betriebsstunden und Ihrem Arbeitspreis. Wir rechnen das hier Schritt für Schritt vor – und nennen bewusst keine Ersparnis gegenüber Backofen oder Herd, weil dafür keine belastbare Quelle vorliegt.

✍️ Redaktion ⏱ Lesezeit: 4 Min
Schongarer mit fertig gegartem Eintopf, angeschlossen über ein zwischengestecktes Energiemessgerät an der Steckdose

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Schongarer im Vergleich nennen eine Nennleistung zwischen 163 und 320 W; bei einem Gerät weichen Name (145 W) und Datenblatt (110 W) so weit voneinander ab, dass wir es hier nicht einordnen.
  • Deutlich darüber liegen die beiden Multikocher mit 750 beziehungsweise 1.000 W und der 7,1-l-Schongarer mit Anbratfunktion mit 800 W.
  • Formel: Nennleistung in Kilowatt × Betriebsstunden × Arbeitspreis.
  • Die Nennleistung ist die Obergrenze, nicht der Dauerwert – der Regler schaltet ab und wieder zu.
  • Eine Prozentzahl zur Ersparnis gegenüber dem Backofen nennen wir nicht.

Was die Nennleistung eines Schongarers aussagt

Die Nennleistung steht auf dem Typenschild und im Datenblatt. Sie gibt an, wie viel Leistung das Gerät im Betrieb höchstens aufnimmt. Bei den meisten verglichenen Schongarern liegt sie zwischen 163 und 320 W – das ist die Größenordnung einer hellen Deckenbeleuchtung, nicht die eines Herds. Ein Gerät bleibt bei dieser Einordnung außen vor: Sein Name nennt 145 W, sein Datenblatt widersprüchlich 110 W.

Drei Geräte fallen aus dieser Reihe: die beiden Multikocher mit 750 beziehungsweise 1.000 W und der 7,1-l-Schongarer mit 800 W. Der Grund ist in allen drei Fällen die Anbratfunktion, die kurzzeitig viel Leistung braucht. Im Slow-Cook-Programm arbeiten auch sie deutlich darunter, nur nennt das Datenblatt dafür keinen eigenen Wert.

Wichtig ist der zweite Halbsatz: Die Nennleistung ist eine Obergrenze. Ein Schongarer heizt auf, hält dann die Temperatur und schaltet dazwischen ab. Über acht Stunden gerechnet liegt der tatsächliche Verbrauch deshalb unter dem Rechenwert – wie weit darunter, hängt an Füllmenge, Raumtemperatur und Deckelsitz. Wer es genau wissen will, steckt ein Energiemessgerät zwischen Steckdose und Schongarer.

Die Rechnung, Schritt für Schritt

Drei Werte, drei Schritte. Setzen Sie die Nennleistung Ihres Geräts und Ihren eigenen Arbeitspreis ein – nur dann stimmt das Ergebnis für Ihren Haushalt.

SchrittRechnungBeispiel
1. Nennleistung in KilowattWatt ÷ 1.000230 W ÷ 1.000 = 0,23 kW
2. Verbrauch je GarvorgangkW × Betriebsstunden0,23 kW × 8 h = 1,84 kWh
3. Kosten je GarvorgangkWh × Arbeitspreis1,84 kWh × 30 Cent = rund 55 Cent

Die 230 W im Beispiel sind die Nennleistung eines der verglichenen Geräte, die acht Stunden ein üblicher Garvorgang auf niedriger Stufe. Die 30 Cent je Kilowattstunde sind eine Annahme und keine Erhebung – Ihr Arbeitspreis steht auf Ihrer Stromrechnung, und mit ihm ändert sich das Ergebnis unmittelbar.

Für ein kleines Gerät mit 163 W ergibt dieselbe Rechnung rund 1,3 kWh und damit knapp 40 Cent, für einen 320-W-Schongarer rund 2,6 kWh. Und weil die Nennleistung die Obergrenze ist, liegt der abgelesene Zählerstand in aller Regel darunter.

Und im Vergleich zum Backofen?

Ein Backofen liegt bei der Nennleistung um ein Vielfaches über einem Schongarer; die Zahl für Ihr Gerät steht auf dessen Typenschild. So weit ist die Einordnung unstrittig, und sie ist der Grund, warum das Schongaren als sparsam gilt.

Eine Prozentzahl dazu finden Sie auf dieser Seite trotzdem nicht. Sie hinge an Vorheizzeit, eingestellter Temperatur, Garzeit, Beladung und Ofenbauart – und jede der kursierenden Angaben lässt genau diese Randbedingungen weg. Rechnen Sie stattdessen beide Geräte mit der Formel oben durch, dann steht der Vergleich auf Werten, die Sie selbst nachprüfen können.

Lohnt sich ein Schongarer?

Über den Strompreis allein trägt sich die Anschaffung nicht: Bei rund einem halben Euro je Garvorgang dauert es lange, bis ein Gerät sich rechnet. Der Nutzen liegt woanders.

  • Zeit. Sie setzen morgens an und essen abends. Die Garzeit läuft, während Sie außer Haus sind.
  • Günstige Fleischstücke. Schulter, Nacken und Beinscheibe brauchen lange und werden im Schongarer weich – sie kosten weniger als Kurzgebratenes.
  • Kein Anbrennen. Bei niedriger Temperatur und geschlossenem Deckel verkocht wenig Flüssigkeit; mehrere Rezensionen der verglichenen Geräte beschreiben genau das.

Für wen es sich nicht lohnt: Wer selten schmort, spontan kocht oder Röstaromen braucht, hat von einem Schongarer wenig. Dann ist ein Gerät mit Anbratfunktion oder ein Multikocher die ehrlichere Wahl – oder gar keins.

Drei Stellschrauben für den Verbrauch

  1. Deckel geschlossen lassen. Jedes Anheben lässt Wärme entweichen, die das Gerät nachheizen muss.
  2. Nicht länger warmhalten als nötig. Die Warmhaltestufe läuft nach dem Garen weiter mit. Bei drei der digitalen Geräte im Vergleich schaltet sie dorthin selbsttätig nach Ablauf der Zeitvorwahl, bei einem klassischen Gerät ohne Zeitvorwahl lohnt sich eine externe Zeitschaltuhr, damit es nicht über die Mahlzeit hinaus weiterläuft.
  3. Die Größe passend wählen. Ein zu großer Topf heizt Leerraum mit. Welche Literzahl zu welchem Haushalt passt, klärt der Größen-Ratgeber.

Fazit

Ein Schongarer ist ein Gerät mit kleiner Leistung und langer Laufzeit. Die Kosten je Garvorgang liegen im Bereich weniger Zehner Cent, und Sie können sie mit drei Werten selbst ausrechnen. Welche Nennleistung ein Gerät angibt, steht meist in der Ausstattungsliste auf seiner Produktseite oder auf seinem Typenschild.