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Grundlagen · Abgrenzung

Schongarer oder Multikocher: worin der Unterschied liegt

Was ist ein Schongarer? Ein elektrisches Gefäß, das über Stunden bei niedriger Temperatur gart – im Englischen Slow Cooker, technisch dasselbe Gerät. Ein Multikocher kann das auch, aber als eines von vielen Programmen. Diese Seite klärt, wann welches Gerät das richtige ist.

✍️ Redaktion ⏱ Lesezeit: 6 Min
Ein klassischer Schongarer und ein digitaler Multikocher nebeneinander in einer Küche

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Schongarer und Slow Cooker sind dasselbe Gerät, nur in zwei Sprachen benannt.
  • Ein Schongarer kann eine Sache: lange bei niedriger Temperatur garen.
  • Ein Multikocher ist ein Kombigerät, bei dem Schongaren ein Programm unter mehreren ist.
  • Ein Dampfgarer arbeitet mit Dampf und deutlich kürzeren Zeiten – ein anderes Verfahren.
  • Wer nur schongaren will, bezahlt beim Kombigerät Funktionen mit, die er nicht braucht.

Was ist ein Schongarer?

Ein Schongarer ist ein Topf mit eigener Heizung. Ein Außengehäuse umschließt einen herausnehmbaren Innentopf – meist ein Keramiktopf –, dazu kommt ein Glasdeckel. Das Gerät hält über viele Stunden eine niedrige Temperatur, statt zu kochen. Deshalb heißt es im Englischen Slow Cooker: langsam garen, nicht sieden.

Bedient wird ein klassisches Gerät über drei Schalterstellungen: „Low“ (niedrige Gartemperatur), „High“ (hohe Gartemperatur) und Warmhalten. Eine Gradzahl steht meist nicht dahinter. Digitale Modelle ergänzen eine Zeitvorwahl und wechseln nach deren Ablauf selbsttätig in die Warmhaltestufe.

Gut geeignet ist das Verfahren für alles, was Zeit braucht: Schmorgerichte, Gulasch, Eintöpfe, Brühen, zähe Fleischstücke. Was der Schongarer nicht kann, ist bräunen und überbacken. Röstaromen entstehen bei diesen Temperaturen nicht.

Was ein Multikocher zusätzlich kann

Ein Multikocher sieht ähnlich aus, hat aber einen Metalltopf und ein Bedienfeld mit Programmen. Die beiden Geräte im Vergleich bringen jeweils acht davon mit – beim einen von Anbraten über Slow Cook bis Reis, Nudeln und Dämpfen, beim anderen zusätzlich Sous-vide-Garen (Garen im Wasserbad bei genau geregelter Temperatur).

Der praktische Gewinn steckt weniger in der Programmzahl als in einem Detail: Sie können im selben Topf zuerst anbraten und danach schongaren, ohne umzufüllen. Mehrere Rezensionen beschreiben genau diesen Ablauf; eine vergleicht die nutzbare Fläche des Topfs mit einer 28 cm großen Pfanne.

Der Preis dafür ist zweifach. Multikocher kosten mehr, und ihr beschichteter Metalltopf ist empfindlicher als Keramik: Bei einem der beiden Geräte im Vergleich berichtet eine Rezension von einer bereits nach dreimaliger Nutzung abgeplatzten Beschichtung.

Schongarer, Multikocher, Dampfgarer im direkten Vergleich

MerkmalSchongarerMultikocherDampfgarer
VerfahrenNiedrige Temperatur über StundenMehrere Programme, Schongaren ist einesWasserdampf, kurze Zeiten
Typische Dauer4–10 hje nach Programm10–40 min
Innentopfmeist Keramik, bei Anbratfunktion MetallMetall, meist beschichtetEinsätze mit Lochboden
Anbraten möglichnur mit Anbratfunktionjanein
StärkeSchmoren, zähes Fleisch, BrüheEin Gerät für vielesGemüse, Fisch, Beilagen
Unbeaufsichtigter Betrieblange Laufzeit vorgesehen, keine Zusage zur Aufsichtlange Laufzeit je nach Programm möglich, keine Zusage zur Aufsichtkurze Zeiten, eher beaufsichtigt

Schongarer oder Dampfgarer?

Diese beiden werden häufig verwechselt, haben aber wenig gemeinsam. Ein Dampfgarer erhitzt Wasser und gart im aufsteigenden Dampf – in Minuten, nicht in Stunden. Er ist stark bei Gemüse, Fisch und Beilagen, die ihre Form behalten sollen.

Ein Schongarer arbeitet umgekehrt: Er braucht Flüssigkeit im Topf und Zeit, und er zerlegt Bindegewebe in zähen Fleischstücken. Für ein Gulasch ist der Dampfgarer das falsche Gerät, für Brokkoli der Schongarer. Beide ersetzen einander nicht; wer beides will, sieht sich einen Multikocher an, der Dampfgaren als Programm mitbringt.

Wer was kaufen sollte

  • Klassischer Schongarer – wenn Sie schmoren wollen, wenig Elektronik mögen und der Preis zählt. Sie brauchen dann eine externe Zeitschaltuhr, wenn das Gerät sich abschalten soll.
  • Digitaler Schongarer – wenn Sie morgens ansetzen und abends essen wollen. Die Zeitvorwahl und die anschließende Warmhaltestufe sind der eigentliche Grund für den Aufpreis.
  • Schongarer mit Anbratfunktion – wenn Sie Röstaromen wollen, aber keine zweite Pfanne spülen möchten.
  • Multikocher – wenn das Gerät mehrere andere ersetzen soll und Sie die Programme wirklich nutzen. Sonst zahlen Sie für Funktionen, die ungenutzt bleiben.

Eine Einschränkung gilt für alle Kombigeräte: Ein Multikocher ist selten in jeder Disziplin so gut wie ein Einzelgerät. Wenn Schongaren Ihr Hauptzweck ist, sollte es auch die Bauart bestimmen.

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Digitaler Multikocher mit 6,5 l Fassungsvermögen und acht Garprogrammen von Anbraten bis Sous-vide-Garen.

Häufige Missverständnisse

  • „Slow Cooker ist etwas anderes als ein Schongarer.“ Nein. Viele Hersteller schreiben beide Wörter in denselben Produkttitel.
  • „Ein Multikocher schongart genauso gut.“ Er schongart, bringt dafür aber einen beschichteten Metalltopf mit, der in Rezensionen als empfindlicher gilt als ein Keramiktopf – und einen höheren Preis.
  • „Sous-vide ist dasselbe wie Schongaren.“ Beim Sous-vide-Garen liegt das vakuumierte Gargut im Wasserbad und die Temperatur wird gradgenau geregelt. Ein Schongarer kennt nur Schalterstellungen.
  • „Ein Schongarer ersetzt den Backofen.“ Für lange Schmorgänge ja, für alles Übrige nicht. Er bräunt nicht und überbackt nicht.

Fazit

Die Entscheidung fällt nicht an der Zahl der Programme, sondern an Ihrer Kochgewohnheit. Wer schmort, ist mit einem Schongarer gut und günstig bedient; wer ein Gerät für vieles sucht, findet im Multikocher den größeren Nutzen und die empfindlichere Beschichtung. Alle Geräte lassen sich im Schongarer-Vergleich nach Bauart filtern – welche Größe dazu passt, klärt der Größen-Ratgeber.